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VENEZUELA:

Länderprofil

Die Republik Venezuela ist ein Land, das sich an der Nordküste Südamerikas befindet. Es umfaßt das Festland und zahlreiche Inseln in der Karibik. Im Osten grenzt Venezuela an Guyana, im Süden an Brasilien und im Westen an Kolumbien. Trinidad und Tobago, Curacao, Bonaire, Aruba und die Leeward Antillen befinden sich unmittelbar nördlich von der Küste Venezuelas.

Venezuela ist eine frühere spanische Kolonie und eine föderale Republik. In der Geschichte mußte Venezuela einige Dispute um Landbesitz ausfechten, und zwar mit Guyana um das Essequibo Gebiet und mit Kolumbien um den Golf von Venezuela. Heute ist Venezuela vor allem für seine Ölindustrie, die landschaftliche Vielfalt seines Territoriums sowie seine natürliche Schönheit bekannt. Christopher Columbos bezeichnete Venezuela als "Tierra de Gracia", als er die Ostküste im Jahr 1498 das erste Mal sah. Das ist auch heute noch der Spitzname des Landes.

Venezuela zählt zu jenen Ländern Lateinamerikas, deren Bevölkerung zum größten Teil in den Städten lebt. Die meisten Venezueler leben in den Städten im Norden, vor allem in Caracas. Andere wichtige Städte sind Maracaibo, Barquisimeto, Valencia, Maracay und die Stadt Guayana.
☻Hauptstadt:
- Caracas

☻Fläche:
- Gesamt 916.445 Quadratkilometer (33. Platz), 353.841 Quadratmeilen
- Wasser: 0,3 Prozent

☻Unabhängigkeit:
- Von Spanien am 5. Juli 1811
- Von Gran Kolumbien am 21. November 1831
- Offiziell anerkannt am 30. März 1845.

☻Offizielle Sprachen:
- Spanisch

☻Bevölkerung:
- Juli 2005 Schätzung: 26.749.000 (43. Platz)
- 2001 Volkszählung: 23.054.210
- Bevölkerungsdichte: 29 / Quadratkilometer, 75 / Quadratmeile

Geographie

Venezuela liegt im Norden Südamerikas mit einer Gesamtfläche von 912.050 Quadratkilometer und einer Fläche des Festlandes von 882.050 Quadratkilometern. Es grenzt an die Karibik und den Atlantischen Ozean im Norden, Guyana im Osten, Brasilien im Süden und Kolumbien im Westen. Das Land besteht im Prinzip aus vier Regionen, nämlich dem Maracaibo Tiefland im Nordwesten, den nördlichen Gebirgen, die sich im Osten von der kolumbianischen Grenze bis in den Westen zur Karibik erstrecken, dem Orinoco Tiefland, das sich im Zentrum Venezuelas befindet und dem Guiana Hochland im Südosten des Landes. Caracas, die Hauptstadt Venezuelas, beherbergt in etwa 5.500.000 Menschen. Zusätzlich zum Festland gibt es noch viele kleine Inseln, die im Norden des Landes nahe der Küste liegen.

Im Nordwesten, wo sich das Maracaibo Tiefland befindet, findest du wenig Gebirge in der Nähe der Karibik sowie eine durchnäßte Gegend, die auch den Maraciabo See umfaßt. Obwohl dieses Gebiet ziemlich fruchtbares Land für die Landwirtschaft sowie mehrere große Erdölreserven umfaßt, ist die Bevölkerung hier ziemlich klein.

Im Norden in Richtung Karibik liegt die am meisten im Nordosten gelegene Ausprägung der Anden. Dort liegen einige der höchsten Gipfel der Welt und die Landschaft mit den schneebedeckten Bergen ist wunderschön. In der Gegend gibt es noch mehrere Gebirgszüge und Täler, die den Weg in Richtung Hauptstadt Caracas anzeigen.

Weiter im Süden findest du eine große Fläche an Land, das als die Orinoco Weite bekannt ist. Sie erstreckt sich von der karibischen Küste bis zur kolumbianischen Grenze. Es gibt viele schöne Flüsse in dieser Gegend, genauso wie Berge und seichte Täler.

Das Guyana Hochland, welches zu den ältesten in Südamerika zählt, entspringt aus dem Orinoco Fluß. Dieses Gebiet zeugt für mehr als die Hälfte der Fläche des Landes verantwortlich und beinhaltet mehrer Plateaus und Tiefländer. Angel Falls, der höchste Wasserfall der Welt, befindet sich ebenfalls hier.

Ausbildung:

Über die Jahre hinweg hat sich das Bildungssystem in Venezuela erheblich verbessert. Die Analphabetenrate unter den Erwachsenen hat sich seit dem Jahr 2000 erheblich reduziert und liegt nun bei in etwa 7 Prozent. Eine öffentliche Ausbildung wird allen Kindern im Alter von 6 bis 15 Jahren gewährt. Das öffentliche Schulsystem besteht aus 9 Jahren Grundschule und danach kommen auf die Kinder zwei bis drei Jahre Mittelschule zu. Im ersten Jahr erhalten die Schüler eine generelle Ausbildung in Wissenschaft und Biologie. Das zweite Jahr wird genützt, um die Schüler für die Universität oder eine andere höhere Ausbildung vorzubereiten. Dieses spezielle System spezialisiert sich auf Philosophie, Literatur, Physik und Mathematik sowie Biologie. Im Vergleich zu den anderen lateinamerikanischen Ländern verfügt Venezuela über ein großartiges Ausbildungssystem und liegt in den Rankings deutlich besser. Das kann daran liegen, dass Venezuela einen größeren Teil des Budgets in die Ausbildung steckt als die anderen südamerikanischen Länder. Im Moment gibt es 14 Universitäten, sowohl öffentliche wie auch private, in Venezuela. Die meisten davon befinden sich in Caracas, aber es gibt auch einige Ausbildungsstätten in anderen Städten im ganzen Land verteilt. Insgesamt gibt es sogar 47 Institutionen, die sich der höheren Bildung verschrieben haben, darunter befinden sich polytechnische Institute sowie Kollegs, die sich spezifischen Studien verschrieben haben.

Gesundheit

Obwohl Venezuela die Qualität der Gesundheitsvorsorge ständig verbessert, gibt es einen großen Mangel an verfügbarem Personal. Die Regierung hat ihre Anstrengungen, die Bedingungen im öffentlichen Gesundheitsbereich zu verbessern, kürzlich erhöht, aber aufgrund des schnellen Bevölkerungswachstums ist dieser Bereich immer noch ein großes Problem. Malaria und Tuberkulose betreffen immer noch einen großen Teil der Bevölkerung und Kreislauferkrankungen zählen zu den führenden Todesursachen in Venezuela. Leider haben nur 84 Prozent der Bevölkerung Zugang zu sicherem Trinkwasser und nur 74 Prozent verfügen über eine angemessene Gesundheitsvorsorge. Obwohl mehrere Programme zur Verbesserung der Situation gestartet wurden und das Institut für Sozialversicherung in Venezuela die Infrastruktur im Gesundheitsbereich zu einer der fortgeschrittensten in Südamerika gemacht hat, sind die finanziellen Mittel, die in den Gesundheitsbereich gesteckt werden, zurückgegangen. Deshalb hat sich das System seit den 1980er Jahren erheblich verschlechtert. Die öffentlichen Spitäler werden als überfüllt, nicht mit genügend Mittel ausgestattet und ineffizient beschrieben. Es gibt allerdings auch private Spitäler und Kliniken, die als Option zu der öffentlichen Gesundheitsvorsorge zur Verfügung stehen. Die private Gesundheitsvorsorge in Venezuela hat den Ruf, genausogut wie jene in der westlichen Welt zu sein. Private Vorsorge ist allerdings teuer und daher keine Option für jedermann.

Venezuela ist für seine kontroverse Gesundheitsinitiative bekannt, die von der Regierung gestartet wurde. Barrio Adentro ist ein Programm, das Doktors von Kuba nach Venezuela bringt, um jenen, die in ländlichen Gegenden leben und kaum Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsvorsorge haben, zu helfen. Durch dieses Programm haben mehr als 40.000 Venezueler eine Behandlung erhalten, die sie andernfalls nicht erhalten hätten. Trotzdem handelt es sich um ein Programm, das viel diskutiert ist. Ärzte in Venezuela (eine Gruppe, die sich Medizinische Vereinigung Venezuelas - VMF - nennt) beschweren sich, dass viele Ärzte, die aus Kuba nach Venezuela kommen, keine Lizenz zum Praktizieren von Medizin haben. Außerdem glauben sie, dass dieses Programm qualifizierten Venezuelern Jobs wegnimmt. Dieses Programm kann aber, ungeachtet der politischen Diskussionen, durchaus als Erfolg bezeichnet werden.

Politik

Die Struktur der Regierung in Venezuela ist jene einer föderalen Republik, was in etwa soviel heißt wie das der Präsident des Landes sowohl der Anführer der Nation als auch der Chef der Regierung ist. Der Präsident übt die exekutive Gewalt aus, während die Legislative vom Parlament kontrolliert wird. Außerdem gibt es drei weitere Ausprägungen, welche die föderale Regierung ausmachen: die Judikative, die Bevölkerung und die Wahlsprengel.

Genauso wie viele andere Länder in Südamerika, war Venezuela vor Hunderten Jahren im Besitz der Spanier, die den größten Teil Südamerikas erobert haben. In den späten 1700er Jahren hat Venezuela schließlich die Unabhängigkeit von den Spaniern gewonnen. Bis ins Jahr 1830 war Venezuela gemeinsam mit Kolumbien, Panama und Ecuador in der Republik Gran Kolumbien vereinigt. 1830 wurde Venezuela aber schließlich ein eigenes Land. In den ersten Jahren der Unabhängigkeit durchlief Venezuela viele Unruhen, gekennzeichnet von instabilen Führern, Revolutionen und grausamen Diktaturen.

Seit den 1950er Jahren, als sich das Militär aus der direkten Einbindung in die Regierung zurückgezogen hat, war Venezuela ein stabiles und friedliches Land. Das hat sich aber während der Wahlen im Jahr 1989 geändert. Die Demokratische Aktionspartei (AD) und die Christlichen Demokraten (COPEI) dominierten die politische Landschaft sowohl auf dem landesweiten Level wie auch die Föderationen. Das löste Unruhen unter den Leuten aus und mehr als 200 Menschen wurden getötet. Der aktuelle Präsident Hugo Chavez führte einen der Militärcoups gegen die Regierung im Jahr 1992 an. Dieser Coup entsprang aus der Unzufriedenheit und dem wirtschaftlichen Rückgang des Landes unter der Herrschaft des Präsidenten Carlos Andres Perez. Perez trat während der Wahlen im Jahr 1998 zurück, Hugo Chavez übernahm das Amt und wurde in den Jahren 2000 und 2006 wiedergewählt. In der Heimat hat sich Hugo Chavez bislang gut geschlagen und Kampagnen gegen Krankheiten, Analphabetismus, Armut und Unterernährung gestartet. Er ist aber auch sehr bekannt für seine Kritik an der Außenpolitik der Vereinigten Staaten und der neoliberalen Globalisierung. Sein Führungsstil hat sowohl Enthusiasmus wie auch Enttäuschung von den anderen Ländern gebracht. Jedenfalls wird Chavez als einer der 100 einflußreichsten Menschen seiner Zeit bezeichnet.
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